Wie beeinflusst Bildschirmzeit die Augengesundheit wirklich?
Dr. med. Michaela Ramsauer
29. Mai 2026
3 min
Ob im Büro, unterwegs oder zuhause – Bildschirme begleiten unseren Alltag ständig. Viele Menschen verbringen täglich mehrere Stunden vor dem Laptop, Smartphone oder Tablet. Doch was bedeutet das eigentlich für unsere Augen? Macht Bildschirmzeit die Augen dauerhaft schlechter oder steckt mehr dahinter?
Warum Bildschirmarbeit die Augen belastet
Beim konzentrierten Blick auf einen Bildschirm blinzeln wir deutlich seltener als gewöhnlich. Dadurch wird die Augenoberfläche weniger gut befeuchtet und der natürliche Tränenfilm verdunstet schneller. Besonders bei langer Bildschirmarbeit kann dies zu trockenen und gereizten Augen führen.
Zusätzlich fokussieren unsere Augen über längere Zeit auf kurze Distanzen – eine Belastung, die zu Ermüdung führen kann.
Typische Beschwerden bei viel Bildschirmzeit
Viele Betroffene berichten über:
- Trockene oder brennende Augen
- Müde Augen
- Verschwommenes Sehen
- Kopfschmerzen
- Druckgefühl rund um die Augen
- Lichtempfindlichkeit
- Konzentrationsschwierigkeiten
Diese Beschwerden werden häufig als «Digital Eye Strain» oder «Computer Vision Syndrome» bezeichnet.
Verschlechtert Bildschirmzeit die Sehkraft dauerhaft?
Bildschirmarbeit verursacht in der Regel keine bleibenden Schäden an den Augen. Allerdings kann sie bestehende Sehprobleme verstärken und Beschwerden auslösen.
Besonders bei Kindern und Jugendlichen beobachten Fachpersonen weltweit eine Zunahme der Kurzsichtigkeit. Neben genetischen Faktoren spielen dabei vor allem intensive Naharbeit und zu wenig Zeit im Freien eine wichtige Rolle.
Kinderaugen brauchen besondere Aufmerksamkeit
Kinderaugen befinden sich noch in der Entwicklung und reagieren empfindlicher auf lange Naharbeit. Regelmässige Pausen und ausreichend Tageslicht sind deshalb besonders wichtig.
Empfohlen werden:
- Altersgerechte Bildschirmzeiten mit bewussten Pausen
- Regelmässiger Aufenthalt im Freien bei Tageslicht
- Distanz von 30-40 cm bei Naharbeit einhalten
- Vorsorgeuntersuchung der Augen
Was hilft den Augen im Alltag?
Mit einfachen Massnahmen lassen sich die Augen oft deutlich entlasten:
1. Die 20-20-20-Regel
Alle 20 Minuten für 20 Sekunden in die Ferne schauen – idealerweise auf einen Punkt in etwa 6 Metern Entfernung.
2. Bewusst blinzeln
Regelmässiges Blinzeln stabilisiert den Tränenfilm und schützt die Augenoberfläche.
3. Ergonomischer Bildschirmplatz
Der Bildschirm sollte leicht unter Augenhöhe positioniert sein und ausreichend Abstand haben.
4. Ausreichend trinken
Eine gute Flüssigkeitszufuhr unterstützt auch die Befeuchtung der Augen.
5. Raumklima beachten
Trockene Luft durch Heizungen oder Klimaanlagen kann Beschwerden verstärken.
6. Tränenersatzmittel benutzen
Bei trockenen oder gereizten Augen können befeuchtende Augentropfen helfen, den natürlichen Tränenfilm zu stabilisieren und Beschwerden wie Brennen, Müdigkeit oder Fremdkörpergefühl zu lindern.
Wann sollte eine augenärztliche Untersuchung erfolgen?
Wenn Beschwerden trotz Anpassungen bestehen bleiben oder Sehverschlechterungen, Schmerzen oder starke Kopfschmerzen auftreten, empfiehlt sich eine fachärztliche Abklärung.
Im Augenzentrum des Spitals Zollikerberg beraten wir Patientinnen und Patienten individuell zu Beschwerden rund um Bildschirmarbeit und Augengesundheit.
Was digitale Geräte wirklich mit unserer Augengesundheit machen
Bildschirmzeit & Augen: So bleiben Ihre Augen entspannt
Bildschirmzeit gehört heute zum Alltag – entscheidend ist der bewusste Umgang damit. Regelmässige Pausen, ausreichend Zeit im Freien und eine gute Bildschirmhygiene können helfen, die Augen langfristig zu entlasten und Beschwerden vorzubeugen.
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