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Die Reiseapotheke richtig packen – 5 wichtige Fragen vor den Sommerferien

10. Juli 2026

lesezeit

5 min

Interview mit Dr. med. Gabriela Buck, Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medizin

Für viele Menschen stehen die Sommerferien vor der Tür. Ob Erholung am Meer, eine Städtereise oder aktive Tage in den Bergen – eine gute Vorbereitung trägt dazu bei, die Ferien unbeschwert zu geniessen. Neben Reisedokumenten und Gepäck sollte auch die Reiseapotheke nicht vergessen werden. Mit den richtigen Medikamenten und Hilfsmitteln lassen sich kleinere Beschwerden oft rasch behandeln. Wir beantworten fünf häufige Fragen rund um die Reiseapotheke und zeigen, worauf Sie bei der Vorbereitung achten sollten.

Was gehört in jede Reiseapotheke?

Unabhängig von der Reisedestination sollte eine Reiseapotheke immer Schmerzmittel, Medikamente gegen Erkältungen und Medikamente gegen typische Reisebeschwerden wie Durchfall oder Übelkeit enthalten.

  • Als Schmerzmittel empfehle ich den Wirkstoff Ibuprofen.
  • Bei Erkältungssymptomen: Paracetamol bei Fieber, ein abschwellendes Nasenspray und Halslutschtabletten.
  • Bei einem typischen Reisedurchfall kann Loperamid helfen, die Beschwerden kurzfristig zu lindern. Das Medikament sollte jedoch nur bei Bedarf und nicht routinemässig eingesetzt werden. Gegen Übelkeit kann Motilium Lingual eine schnelle Unterstützung bieten.
  • Bei Reisekrankheit (zum Beispiel Übelkeit bei Schifffahrt) hilft Trawell Kaugummi-Dragée.
  • Nicht zu vergessen sind zudem gute, eventuell wasserfeste Pflaster (beim Wandern oder in der Hitze kann es schnell zu Blasen an den Füssen kommen) und etwas Verbandsmaterial sowie ein Desinfektionsmittel, wie zum Beispiel Betadine und ein kühlendes Gel bei Insektenstichen.
  • Mückenschutz gilt für praktisch jede Destination, dies sowohl für die Haut wie auch für Kleider (zum Beispiel Nobite).

Wie lagere ich Medikamente bei sommerlichen Temperaturen?

Medikamente sollten grundsätzlich in der Originalverpackung aufbewahrt werden. Schützen Sie sie vor direkter Sonneneinstrahlung, Hitze und Feuchtigkeit – das Badezimmer ist daher kein geeigneter Aufbewahrungsort. Für die meisten Tabletten reicht eine Lagerung bei Raumtemperatur aus, selbst wenn es im Hotelzimmer in tropischen Regionen etwas wärmer wird.

Einige wenige Medikamente müssen jedoch durchgehend gekühlt werden. In diesem Fall sollten sie auch während der Reise entsprechend transportiert und am Ferienort im Kühlschrank, beispielsweise im Hotelzimmer, aufbewahrt werden. Prüfen Sie die Lagerungshinweise Ihrer Medikamente bereits vor der Abreise.

Was sollte ich bei Reisen mit chronischen Erkrankungen beachten?

Die Medikamente, die täglich eingenommen werden müssen, sollten unbedingt im Handgepäck mitgeführt werden. Zudem ist darauf zu achten, dass ausreichend Medikamente für die gesamte Reisedauer mitgenommen werden. Werden Spritzen verwendet, beispielsweise Insulinspritzen bei Diabetes mellitus, sollten sich die Betroffenen frühzeitig eine Bestätigung von der Hausärztin oder dem Hausarzt ausstellen lassen, dass diese Medikamente aus medizinischen Gründen dringend benötigt werden.

Welche Impfungen sind vor einer Reise sinnvoll?

Unabhängig von der Reisedestination sollte zumindest ein gültiger Impfschutz gegen Diphtherie und Tetanus sowie eine Grundimmunisierung gegen Kinderlähmung (Polio), zwei Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) und eine Hepatitis-A-Impfung vorhanden sein.

Grundsätzlich empfehle ich jedoch eine reisemedizinische Beratung durch den Arzt oder die Ärztin. Dabei wird nicht nur der Impfausweis überprüft, sondern auch eine persönliche, auf die geplante Reise und die individuellen Bedürfnisse der oder des Reisenden abgestimmte Beratung durchgeführt.

Wann sollte ich im Urlaub medizinische Hilfe suchen?

Grundsätzlich sollte man nicht zögern, im Ausland medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. An vielen Reisezielen gibt es internationale Medical Center, und auch die Mitarbeitenden an der Hotelrezeption können oft erste Kontakte zu einer geeigneten medizinischen Einrichtung herstellen.

Dringende medizinische Hilfe sollte insbesondere in folgenden Situationen in Anspruch genommen werden:

  • bei Fieber in Malaria-Gebieten
  • generell bei nicht erklärbarem hohen Fieber (≥ 38.5 °C)
  • bei blutigem Durchfall mit und ohne Fieber
  • bei akuten Atembeschwerden
  • bei Gesundheitsverschlechterung aufgrund einer chronischen Erkrankung

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